Meinungsartikel Elite, TV-Tipp

Drei Jungs und ihre Ausbildung in einer “Eliteeinrichtung”

Tim ist zwei. Im Kindergarten lernt er schon Englisch, am Wochenende geht er in eine Kleinkindschule, übt Mathe und Naturwissenschaften. Aus Tim soll einer werden, der es schafft. Dafür zahlen seine Eltern. Für Tim und seinen älteren Bruder 1.000 Euro im Monat. Oliver ist gerade achtzehn geworden. Später will er Lobbyist werden. Oliver lebt in einem Schloss, in Salem, auf einem Berg über dem Bodensee. Zusammen mit seinem Abiturzeugnis wird ein Buch mit den Namen von hunderten Altsalemern erhalten, Menschen an Schlüsselpositionen. Das Buch wird ihm helfen, Karriere zu machen. Selbst, wenn es bei den Noten hapern sollte. Seine Eltern zahlen dafür fast 30.000 Euro im Jahr. Johannes studiert noch. Aber wenn er fertig ist, wird er sich einen Job aussuchen können. Johannes Universität kostet 10.000 Euro im Jahr, dafür verdienen die Absolventen im Schnitt 50.000 Euro im ersten Job. “Eine gute Investition”, meinen Johannes und seine Eltern. Tim, Oliver und Johannes wollen Elite werden. Sie gehen zu Elite-Kindergärten, Elite-Internaten und Elite-Universitäten weil ihre Eltern meinen, ihren Kindern damit optimale Chancen bieten zu können. “Elite-Werden” – das, so meinen viele Eltern, ist planbar geworden, ein Karriereziel. Sie ziehen ihre Kinder aus dem regulären Bildungssystem heraus, bezahlen viel Geld, um sicherzustellen, dass ihre Kinder dazugehören werden. Ein bis zwei neue Privatschulen werden in Deutschland jede Woche gegründet. Die Zahl der Schüler ist seit dem Jahr 2000 um fast zwanzig Prozent gestiegen. Die Story zeigt drei Jungs und ihre “Eliteeinrichtung”. Sie erklärt, warum Eltern so viel Geld investieren, um das Normale zu vermeiden, und fragt Oliver und Johannes, was sie erreichen wollen, wenn sie den Weg nach oben geschafft haben.

14.07.2008 22.00 WDR

Reportage: Von Anfang an Elite

D 2008

Regie:
Julia Friedrichs, Eva Müller


Zitiert aus:
http://www.rtv.de/detailansicht.php?sendungs_id=16182778

Abgesehen davon, dass ich dem ganzen Thema sehr skeptisch (um nicht zu sagen: fassungslos) gegenüberstehe.. in meiner Vorstellung hat Elite eben auch etwas mit Intellekt, Überzeugung und Verantwortung für die Gesellschaft zu tun…

…  Lobbyist werden wollen? Freiwillig? Nicht nur sowas wie der Antichrist sein (ich überspitze hier mal zur Verdeutlichung), sondern auch noch ein erbärmliches Leben haben, selbst keine Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen müssen, von rechtschaffenen Menschen gemieden werden, sich in pseudo-elitären, inzestuösen Kreisen bewegen? Freiwillig? Für ein Einkommen, über das die Manager großer Unternehmen nur leise lächeln?

Die Jugend von heute ist definitiv nicht mehr dass, was sie mal war.

12 Antworten

  1. Das will Elite sein?
    Ich lach’ mich tot.

  2. Nicht doch. Nicht mal krank lachen, bitte!

  3. Die im Artikel beschriebene Haltung sorgt doch höchstens für Geldhamster im Laufrad, auch erhältlich als Schachernutten.

  4. Das sind dann die Menschen, die selbst nicht mal eine Zugfahrkarte lösen können, aber meinen, Mindestlöhne seien ja völlig unnötig (von Hartz 4 könne man ja auch leben *püh*)

  5. Ok, ich habe schon aufgehört zu lachen.

  6. Ich lache gern wieder mit Ihnen an anderer Stelle zu einem anderen Thema. Versprochen :D

  7. wenn diese marionetten erst einmal elite sind, wird man diesen begriff ganz anders definieren müssen

  8. Es ist ja immer eine gute Idee, die Definitionen erst nach dem Ergebnis festzulegen. Das Ziel ist der Weg, mit anderen Worten.

  9. Liebe Lady des Wissens, jetzt hab ich mir das gestern tatsächlich angesehen und muss sagen: Ich wäre gerne in Salem gewesen!

  10. FrauvonWelt, Sie verwirren mich. Würden Sie mir das näher erläutern?

  11. Was muß man denn können, um Lobbyist zu werden?

  12. Schachern, lügen, tricksen, schleimen – eigentlich müsste man dafür nicht nach Salem, eine Lehre als Gebrauchtwagenhändler oder Versicherungsdealer müsste auch gehen.
    Aber die, die mitschachern, sprechen nicht mit Gewöhnlichen.
    ;-)

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