Fangen wir mit dem positiven an: Der Veranstaltungsort war hinreissend und das Licht ein Traum. Die Begleitung war erste Wahl, alle Voraussetzungen für einen gelungenen Freitag abend waren gegeben.
Ok, “Jazztage” stimmte mich ein wenig misstrauisch, zu lesen “Beide teilen eine Vorliebe für sogenannte geheime Rhythmen – wenig gebräuchliche, der westlichen Kultur fremde Rhythmen. Zusammen folgen sie nun ihrer gemeinsamen Vision von neuer Musik. Beide Künstler haben sich ganz bewusst vom west-europäischen, anglo-amerikanischen Regelrhythmus abgewendet um ihre Formensprache auf alle global verfügbaren Rhythmen zu erweitern.” machte es auch nicht besser, aber hey! Ich bin offen für neue Erfahrungen und probierte es einfach aus. Auch wenn der Schock an der Abendkasse – 18 Euro – beträchtlich war.
Ich bin kein Freund von Instrumentalmusik. Auch nicht von Weltmusik. Die Musik des Duos aus jüngerem Mann und älterem Herren entfaltete eine leicht hypnotische, vor allem aber einlullende Wirkung, ich kreiste leicht von einem auf das andere Bein und zurück, aber es half nichts, spannender als die Musik war der Ort, das Publikum, die Markierungen für den Kameramann, der den Auftritt filmte.
Ich verstehe nichts von dieser Musik, dachte ich und verließ den Saal zum Rauchen, nur um die Gespräche anderer Menschen zu vernehmen, die ebenfalls erschüttert, gelangweilt oder enttäuscht draußen standen und Dampf abließen.
Ich versteh nichts von Musik, jedenfalls nicht von diesem Ansatz, es war loungig-lauschig, wenigstens kein Acid Jazz, aber es bewegte auch nichts in meinem Herzen.
“…endlessly inventive and smooth as silk” hat angeblich The Wire darüber geschrieben, aber ehrlich gesagt waren es nur endlose Variationen des gleichen belanglosen Stückes.
Abgelegt unter: Veranstaltungsrückblick | 7 Kommentare »