Aus Gründen finde ich geschlechtergerechte Sprache wichtig, allerdings oft unpraktisch. Wenn man den Schrägstrich (“Slash”) bei “Bürger/innen” doof findet, das Binnen-I bei “LeserInnen” und das stete Wiederholen von “Kundinnen und Kunden, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer”, aber das generische Maskulinum ablehnt – also “im weiteren gebrauchen wir nur die männliche Fassung, aber das umfasst natürlich auch die Frauen”…
dann, ja dann bleibt eigentlich nur das bewusstseinsbildende generische Femininum. Also “im weiteren gebrauchen wir nur die weibliche Fassung, aber das umfasst natürlich auch die Männer”.
Ich meine mich zu erinnern, dass eine Schweizer Gemeinde das mal ein Jahr durchgeführt hat.Die Ergebnisse sind mir allerdings nicht bekannt, und ich bemühe jetzt auch keine Suchmaschine.
Wir hätten also nicht nur eine Bundeskanzlerin Merkel, sondern auch eine Außenministerin Rösler, eine Frau Doktorin House oder eine Autorin Günter Walraff.
Ich fände das zum einen sehr erfrischend, zum anderen würde gewiss ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen, weil sich eben nicht die eine Hälfte der Bevölkerung angesprochen fühlte, wenn es nur noch hieße “die Wählerinnen lehnen das ab”.
Ich will dieses Experiment! Jetzt!
Und deswegen werde ich das hier jetzt immer mal wieder ausprobieren. So. Nun diskutieren Sie
Abgelegt unter: Aber nix politisches ;)


Nein. Männer haben mir nie so viel weh getan, wie Frauen. Darum kann ich nicht anders, als diese Form abzulehnen. Frauen sind nämlich doof.
Sie als Männin dürfen das natürlich so sehen. Bei mir ist es seltsamerweise umgekehrt, so ein Zufall.
Alles Schlampen außer Mutti
Bin voll bei Dir. Mein Vorschlag war ja schon mal, dass man das die nächsten 50 Jahre also so machen kann und dann wird eh schon heftigst diskutiert, denke ich
Ich war einer der ersten, der geschlechterneutrale Sprache in unserer Softwareentwicklung eingeführt hat. Weil Sprache prägt und sexistisch sein kann und wissenschon. Ich finde das also sehr wichtig. Das “Experiment” dagegen ist ungefähr auf dem Albernheitsniveau wie den Ausdruck “mitglied” durch “mit Vagina” zu ersetzen. Dadurch wird die Sache an sich diskredititert, und dazu ist sie zu wichtig.
Fein, Rufus
Sehe ich anders, Silencer(in). Es gibt in weiten Teilen keine genderneutrale Sprache. Beispiel: Studenten und Studentinnen = Studierende. Aber Schüler und Schülerinnen = ?
“Lernende” wäre da wenig erhellend. “Femininspräch” im Sinne der Missfits muss nicht dabei herauskommen, aber (absie) solange weite Teile der Bevölkerung, ja, auch Frauen, unkritisch vom Generischen Maskulinum Gebrauch machen, finde ich, es gibt viel Handlungsbedarf.
Schließlich möchte ich auch nicht auf eine Toilette, auf der “Männer” steht, mit einem kleinen Sternchen und einer Fußnote, die erklärt, dass damit selbstverständlich auch Frauen gemeint seien.
Ich möchte Menschen, die weiblichen Geschlechts sind, sich selbst aber gedankenlos als “Busfahrer” bezeichnen, packen und schütteln und rufen: Nein, das bist du nicht!! Du bist eine BUSFAHRERIN.
Ich stimme Ihnen in der Sache also absolut zu, aber wie bereits geschrieben: Ich möchte das nicht über Aktionen erreichen, die hinverdrehend nervig sind und bei den Leuten als nervender Jux hängenbleiben, sondern vielmehr durch die konstante Arbeit an der Weiterentwicklung der Sprache. Dadurch erodiert schleichend das generische Maskulinum. Langsam, aber nachhaltig. Auch, wenn dabei sowas rauskommt wie “SuS”. So werden in allen schulinternen Dokumenten in Niedersachsen Schüllerinnen und Schüler bezeichned, vor allem von den LiVs – Lehrkräfte in Vorbereitung (Früher: Referendar/-innen).
Na, dann packen und schütteln wir doch!
Ich gebe Ihnen ja in weiten Teilen recht, aber das Warten auf die Erosion dünkt mich zu lange. Ich finde die durchgehende Nutzung des Generischen Femininum nicht albern, sondern einen Stolperstein, der vielleicht schneller einen Bewusstseinswandel erzeugen könnte.
SuS, soso. Ich fürchte, das wird nur im internen Sprachgebrauch akzeptiert, aber nicht nach außen.
Stellen Sie sich mal vor, ich spräche künffig von “Liebe KuK, SuS, LuL” statt “Kundinnen und Kunden, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer”. Das wird niemand hinnehmen.
Tja, ein so wichtiges wie vertracktes Thema. Ich muss gestehen, ich lass es wieder zunehmends bleiben, die gendergerechte Sprache zu sprechen und zu schreiben. Leider zu sperrig, leider nicht geil.
Wenn eine wirklich gängige Lösung gefunden wird, bin ich dabei.
Gegen “Wiesel” spräche doch nichts. Die Piraten nutzen ja bereits “Eichhörnchen” für Personen, die sich nicht in binären Geschlechtern einordnen. Ach, es ist wirklich vertrackt.
Also ich finde den Vorschlag ziemlich pfiffig. Üblicherweise schreibe ich Innen, also z.B. WachtmeisterInnen oder BademeisterInnen. Und wenn ich laut vorlese, kommt dann Wachtmeisterinnen und Bademeisterinnen heraus, die vorgeschlagene Variante also.
Das hier ist also eher ein Nebenschauplatz. Es wird Zeit, daß die Duden-Redaktion es einsieht, daß dem Wort “das Mädchen” trotz sachlichem Artikel weibliche Pronomen gebühren (sie, ihr). Da sollte mal jemand eine Petition starten.