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Frau Koch-Mehrin unterliegt

Die Uni Heidelberg hat der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin nach einem Gerichtsentscheid zu Recht den Doktortitel entzogen. Die Politikerin habe in ihrer Doktorarbeit teils mehrseitige Passagen samt Fußnoten aus fremden Texten nahezu wortgleich übernommen, ohne dies kenntlich zu machen. Dies lasse den Schluss zu, dass die Klägerin „wiederholt und planmäßig“ getäuscht habe, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Begründung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe zu seinem Urteil vom 4. März. Die grundsätzlich denkbare „Bagatellschwelle“ sei bei weitem überschritten. (7 K 3335/11)

Weiterer Artikel auf taz.de.

Nun habe ich, wie ich an anderer Stelle* las, “genauso viel Tour de France-Titel wie Lance Armstrong und Doktortitel wie Frau Koch-Mehrin**” :-D

* Quelle leider vergessen, tut mir leid – trage ich bei entsprechendem Hinweis gern nach
** im Original Annette Schavan

Trendy WeltdesWissens

Heute las ich in der Taz mehrere Beiträge rund um das von mir gestern am Rande eines Beitrags angesprochene “Tanzverbot”.

Mir war nicht bewusst, ein so heisses Eisen angepackt zu haben :-D

Die heutigen Artikel finde ich nicht bei taz.de, daher kann ich Ihnen nur ältere Artikel verlinken. Ich ersetze die, sobald die anderen online sind.

Bitte hier entlang:

Tanzverbot gelockert…

Tanz den Jesus Christus

Antiquiert und übergriffig

Besonders schön fand ich in einem der heutigen Artikel das Argument eines Kritikers der geltenden Regelung “Ich lass Euch beten, lasst Ihr mich tanzen”.

Aber nix politisches: RomneyStyle

Besser als das Original… sowohl der Song, das Video als auch der Romney :D

 

Generisches Femininum

Aus Gründen finde ich geschlechtergerechte Sprache wichtig, allerdings oft unpraktisch. Wenn man den Schrägstrich (“Slash”) bei “Bürger/innen” doof findet, das Binnen-I bei “LeserInnen” und das stete Wiederholen von “Kundinnen und Kunden, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer”, aber das generische Maskulinum ablehnt – also “im weiteren gebrauchen wir nur die männliche Fassung, aber das umfasst natürlich auch die Frauen”…

dann, ja dann bleibt eigentlich nur das bewusstseinsbildende generische Femininum. Also “im weiteren gebrauchen wir nur die weibliche Fassung, aber das umfasst natürlich auch die Männer”.

Ich meine mich zu erinnern, dass eine Schweizer Gemeinde das mal ein Jahr durchgeführt hat.Die Ergebnisse sind mir allerdings nicht bekannt, und ich bemühe jetzt auch keine Suchmaschine.

Wir hätten also nicht nur eine Bundeskanzlerin Merkel, sondern auch eine Außenministerin Rösler, eine Frau Doktorin House oder eine Autorin Günter Walraff.

Ich fände das zum einen sehr erfrischend, zum anderen würde gewiss ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen, weil sich eben nicht die eine Hälfte der Bevölkerung angesprochen fühlte, wenn es nur noch hieße “die Wählerinnen lehnen das ab”.

Ich will dieses Experiment! Jetzt!

Und deswegen werde ich das hier jetzt immer mal wieder ausprobieren. So. Nun diskutieren Sie :)

“Art War”

Mit dem Verbrennen eines Bildes einer französischen Künstlerin hat der italienische Museumsdirektor* und Künstler Antonio Manfredi** heute  die spektakuläre Aktion “Art War” eingeleitet.

Damit will er gegen die Vernachlässigung der Kultur durch die italienische Regierung protestieren.

Die betroffenen Künstler haben zugestimmt und werden während der Aktion anwesend oder via Internet dabei sein.

Wow. Das Video zur Aktion möchte ich gern bei der Utube sehen.

 

* CAM – Casoria Contemporary Art, privates Museum für zeitgenössische Werke in Süditalien

** Wie ich lese, hat er einst in Deutschland Asyl beantragt und versprochen, dann auch die gesamte Kunstsammlung mitzubringen. Antwort hat er allerdings wohl nie bekommen. Tsä.

Ihre Kinder fressen die Revolution.

Nachdem ich heute morgen im Radio einen Programmhinweis hörte, sehe ich jetzt “Der Sturz. Honeckers Ende” von Eric Friedler.

Als Margot Honecker sagte, Erich habe die Wende als “Konterrevolution” gedeutet, musste ich doch mal den Raum verlassen.

Haarsträubend. Wie weit kann man sich von der Welt und anderen Aufassungen abschotten??

Ausgewulfft.

Endlich. Nach gefühlten zwei Jahren Taktiererei und würdelosem Aussitzenwollen ist jetzt der Weg frei für eine Neuwahl. Ich hoffe sehr, dass eine geeigente Person gefunden wird, die willens und in der Lage ist, das Amt auszufüllen und nicht nur als Versorgungsmöglichkeit begreift.

Ich wünsche mir, dass allgemein in der Politik wieder stärker darauf geachtet wird, Vorteilsnahme und deren Anschein zu vermeiden und um die besten Lösungen für die Gesellschaft zu ringen, nicht nur für die besonders lauten und finanzstarken Interessensvertreter.

(Ja, von so etwas träume ich nachts, nennen Sie mich Utopistin).

wenn behörden esoterisch werden

Reblogged from kids and me:

entgegen aller unkenrufe aus der presse, wenn wiedermal eine pflegefamilie eine jessica oder einen kevin verpflegt hat, habe ich doch einen heidenrespekt vor allen paaren, die eine pflegschaft annehmen - egal in welchem alter das kind gerade ist. bei großen kindern sind diese anders durch andere geprägt, und stammen oft aus sehr schwierigen familien, bei säuglingen ist die emotionale bindung enorm gross, wenn man das kind wieder "abgeben" muß.

Weiterlesen… 420 more words

  Interessante Ergänzung zur Pflegekinderdebatte. Weia!

Am Pranger: Wulff, der BuPrä-Azubi

Schöner kann man es kaum zusammenfassen als der Stern.

 

Stöckchen: Ich verkürze mir die Wartezeit auf den Rücktritt des Bundespräsidenten mit (…)

Mein Zitat der Woche “Ich verkürze mir die Wartezeit auf den Rücktritt des Bundespräsidenten mit…” stammt aus diesem Artikel von Johnny Häusler.

Ich finde, das klingt nach einem prima Stöckchen.

Ich verkürze mir die Zeit heute mit der Suche nach Unterkünften für den nächsten Urlaub.

Und Ihr so, Euer Felligkeit, Ruediger, Zimtapfel und Fürst vom Dulsberg?

Christian Wulff im Dschungelcamp. Eine Seifenoper.

(Blende auf Gespräch)

B-Promi 1: ” Hast Du schon ernsthaft dran gedacht “Ich bin ein Star…” zu rufen?”

Christian Wulff: “Nein. Denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern, meiner Freunde und auch der Mitarbeiter. Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr.(…)”

B-Promi 1: “Du sollst ja einen Deal haben mit der Bild-Zeitung, die ihre Leser massiv zum Anrufen für Dich aufruft.”

Wulff: “Der Anruf bei dem Chefredakteur der ‘Bild’-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir leidtut, für den ich mich entschuldige. (…).  Ich muss mein Verhältnis zu den Medien herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen. Sie haben eine wichtige Aufgabe in der Demokratie. Die Medien haben auch ihre Verantwortung, aber die müssen sie selber unter sich ausmachen. (…)”

 

(Morgens am Lagefeuer)

Alle B-X-Promis so: “Ey Christian, Du Eule, wieso isn das Feuer aus? Du hattest doch heute Nachtwache!”

Wulff: “Ich bin vom Bundespräsidenten zum Dschungelcamper ja sehr schnell gekommen, ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit, das ging sehr schnell. (…)”

 

(Später im vertraulichen Gespräch mit einer “Jungschauspielerin”)

Jungschauspielerin: “Und Chrissi, ist das gar nicht komisch, so vom Bundespräsidialamt direkt in den Dschungel? Ich meine, dauernd gefilmt werden und so? Was sagt denn Deine Frau dazu?”

Wulff: ” Das ist für die Betroffenen schmerzhaft, das kann für die Familien sehr schmerzhaft sein. Das ist eben dann auch der Preis der Popularität, der Bekanntheit der Öffentlichkeit, dass man Dinge offenbaren muss, wo viele andere sagen, das würde ich doch niemals offenbaren, ich möchte doch niemals, dass über meine Stiefschwestern, Kinder, Verwandten Geschichten in der Zeitung stehen. Wir müssen auch aufpassen, dass überhaupt noch Menschen bereit sind, sich dieser Sache – auch im Internet, wenn Sie da sehen, was da über meine Frau alles verbreitet wird an Phantasien -, dann kann ich nur sagen, da müssen wir doch auch sehen, dass die Menschen noch bereit sind, sich der Öffentlichkeit zu stellen, in die Öffentlichkeit zu gehen.”

 

(Nach der vergeigten Dschungelprüfung. Null Sterne).

Alle B-X-Promis so (durcheinander): “Christian, Du Penner! Null Sterne! Ich gloobs ja nicht. Null Sterne? Wie kann man denn so blöd sein?! Einen Stern kriegste ja schon, wenn Du Dirk und Sonja begrüßt!!”

Wulff: “Also wir müssen alle hohe Ansprüche haben in dem Wissen, dass wir alle fehlbar sind. Und natürlich denkt man viel jetzt über die Bibelstelle nach: Derjenige, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Und alle gingen bei dieser Steinigung. Weil allen klar wurde: Also Vorsicht, wenn du mit einem Finger auf andere zeigst, zeigen andere auf dich selbst. Insofern wird man auch lebensklüger.”

Alle B-X-Promis so: “Ey, red doch mal deutsch! Was soll denn der Scheiß?”

Wulff: “Man wird auch ein bisschen demütiger. Man wird lebensklüger. Und man muss aus eigenen Fehlern lernen. Und gerade die Glaubwürdigkeit, die man als Dschungelcamper braucht, die wird man nur zurückerlangen, wenn man auch im Umgang mit seinen eigenen Fehlern Lernfortschritte unter Beweis stellt.”

 

(Später bei der Nominierung).

Und alle so: Gott, ich WILL den für eine Prüfung nominieren, aber auch nicht hungern. Scheiße.

***

Fortsetzung folgt. Leider.

Quelle: Montage aus überarbeiteten Zitaten des Problembären)

Nur anklicken, wenn Sie Spaß verstehen. Aus Gründen.

 

:D

Anspieltip: Wiglaf Droste: Flaschendrehen im Vatikan


:D

RAmen!

Rentner und Studenten!

Dafür! Das Verhältnis zwischen Woche und Wochenende muss endlich umgekehrt werden!

Das neue Album der Turen heisstABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ? Ich reserviere gleich mal einen Platz in der Liste “Schöne Albumtitel” :D

Hachz. Ramin…

Am Pranger: Vorgezogene Neuwahlen

Hamburger/innen wissen es: hier wird am 20. Februrar gewählt, auch wenn man nicht so recht weiß, wen*

Das Gute daran: Endlich ist Schluss mit dem schwarz-gründen Laientheater mit Selbstbedienungsmentalität.

Das Schlechte: Monatelang geht politisch mal wieder gar nichts, obwohl es durchaus Handlungsbedarf gibt, denn vor den Wahlen darf man nicht und nach den Wahlen muss man erst über eine Koalition verhandeln und Posten verschachern.

Das Perverse: Diese Wahlen kosten die Steuerzahler/innen ein Heidengeld. Von mehreren Millionen Euro dürfen Sie mal ausgehen, allein für das Erstellen der Wahlunterlagen, das Porto, die Arbeitszeit und das Erfrischungsgeld für die Wahlhelfer/innen. Wussten Sie, dass Wahlhelfende diesmal 400 (vierhundert!!) Euro für diesen Tag bekommen**? Üblich waren bisher nach meinem Wissen ca. 100 Euro, aber damit hätte man die vielen erforderlichen Helferlein natürlich so kurzfristig nicht rekrutieren können. Jetzt schätzen Sie mal, wieviele Wahlhelfer/innen in einer Stadt wie Hamburg benötigt werden und multiplizieren das mit 400 Euro (Vorstände bekommen etwas mehr).

Und diese Kosten entstehen nur, weil unfähige Politiker statt nach vier Jahren nun schon zur Hälfte der Legislaturperiode zeigen, was ihnen ihr Mandat bedeutet: nämlich keine Orientierung am Gemeinwohl, sondern nur an ihren eigenen armseligen kleinen Leben.

Wenn ich daran denke, dass das Wahlvolk einige dieser Personen und Parteien weiterhin wäheln wird, möchte ich kotzen.

Berlin ist mit Wowereit natürlich keinen Deut besser dran.

* Immerhin ist die PARTEI zur Wahl zugelassen, weil die PARTEI eine Partei im Sinne des Parteigesetzes ist.
** Vergessen Sie es, das Landeswahlamt teilt mit, dass niemand mehr benötigt wird.

Jubel in Chile

Die Rettung der verschütteten Bergleute. Verstehen Sie mich richtig, ich freue mich für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Eingeschlossen sein unter Tage, ein Alptraum.

Aber eine Live-Übertragung im deutschen Fernsehen? Ich finde das unglaublich geschmacklos. Sensationslüsternes, auf das niedrigste im Menschen abzielende Dramatainment. Wer schaut sich so etwas an? Verdrückt harmlose, weil nichts kostende Tränchen auf dem heimischen Sofa und greift dabei in die Chipstüte?

Und ich fühle mich an einen Film von Billy Wilder erinnert, den großen, unglaublich talentierten Regisseur: Reporter des Satans (Ace in the hole) mit Kirk Douglas.

Wikipedia schreibt:

Der Reporter Chuck Tatum ist ein egozentrischer ambitionierter Reporter. (…)

Während Tatum über eine Klapperschlangenjagd berichtet, hört er von Leo Minosa, einem Einwohner, der auf der Suche nach indianischen Artefakten in einer Höhle eingeschlossen wurde. Tatum glaubt, eine Sensations-Reportage schreiben zu können. Er behindert die Rettungsarbeiten und lässt den Sheriff Druck auf die Ingenieure ausüben, damit sie eine langsamere Rettungsmethode benutzen. Tatum will damit erreichen, seine Reportage landesweit verkaufen zu können.

(…)

Tausende von Leuten kommen in die Stadt, die Rettungsaktion nimmt jahrmarktähnliche Ausmaße an. Doch die Partyatmosphäre löst sich auf, als sich seine Tragödie abzeichnet. Der Verschüttete wird immer schwächer, Tatum versucht nun, die Rettungsarbeiten anzutreiben. Minosa stirbt, Tatum ist schuldbeladen.

Das Medienzeitalter. Man muss es einfach lieben.

Wenn man nichts zu sagen hat: einfach mal die Klappe halten. Wenn man nicht helfen kann: einfach mal nicht glotzen, sondern dort etwas tun, wo man es kann oder einfach beten, wenn man dran glaubt.

Habitverbot

Good evening, infidels!

Heute lief eine Frau vor mir in langem schwarzen Rock und einer Art langer schwarzer Schleier mit Zipfel. Da es dämmerte, vermochte ich nicht zu sagen, ob es sich dabei um eine Burka oder die Berufskleidung einer Nonne handelte.

Da fragte ich mich als ausgewiesene Ungläubige: wo Burkas und Kopftücher verboten werden, müssten da nicht auch die Nonnen in Zivil gehen? Schließlich beeinträchtigt ihre Tracht im öffentlichen Raum meinen Anspruch auf die Trennung von Staat und Religion und beeinträchtigt ihre Teilhabe am normalen Leben.

Gerecht geht anders! Hamburg

Wahlsieg für die “Beste Partei”

Island. Man muss es einfach lieben.

Bei den Kommunalwahlen hat die neue “Beste Partei” unter Jon Gnarr die Wahlkreise im Sturm erobert.

In Reykjavik the brand new Best Party – headed up by comedians and musicians with no political experience – got 35 percent of the vote and six councillors.

Liebe PARTEI – wieder da! – ich bitte doch sehr darum, von den isländischen Freunden zu lernen. Splitterparteien gibt es doch genug, es muss endlich mal ein Ruck (und nicht nur ein Rücktritt) durch Deutschland gehen!

BuPrä: Was ich nicht verstehe

Ich verstehe ja einiges nicht an der Diskussion über den bisherigen BuPrä und die als künftige/r BuPrä ins Gespräch gebrachten Personen.

30 Tage zur Nachbesetzung sind keine lange Zeit, wenn man nicht wie sonst monatelang über mögliche Kandidatinnen* herzieht und nicht nach Qualitäten für das höchste Amt, sondern nach Parteienproporz und möglichen Unterbringungsfällen entscheidet. Dass die Bundesversammlung längst nach Parteizugehörigkeit besetztund nicht, wie gedacht, zur Hälfte von “normalen” Bürgerinnen*, lässt gewiss die Väter und die Mutter des Grundgesetzes im Grabe rotieren.

Ok, man muss also plötzlich eine Kandidatin* benennen und muss sich nicht monatelang sich aufdrängende Kandidatinnen* wie Johannes Rau vom Leibe halte. Ok, der abgehalfterte Roland Koch ist keine Möglichkeit.

Aber ernsthaft Ursula von der Leyen? Christian “Aalglatt” Wulff? Man mag von Urselchen und Chrissi halten, was man will, aber mit Politikerinnen*, die weit über den Zenit ihrer Karriere hinaus sind, in einen Topf geworfen und ins Kinderkarussel geworfen zu werden, das verdienen sie nicht.

*Die männliche Form lasse ich der besseren Lesbarkeit wegen weg, männliche Personen sind aber selbstverständlich auch gemeint.

Recht auf analoges Insulin (Petition)

Worum es geht:

Insulinpflichtige Diabetiker (Typ 1) leben mit einem Handicap, das viel Einsatz, Disziplin und Kontrolle von ihnen verlangt. Ständige Blutzuckerkontrolle und Injektionen, Planung von Sport und Mahlzeiten, Arztbesuche und Untersuchungen und die Angst vor Folgeerkrankungen begleiten sie.
Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 2 ist es nicht möglich, einem Typ-1-Diabetes vorzubeugen. Diese Erkrankung lässt sich nicht heilen. Es ist aber eine chronische Krankheit, die sich gut behandeln lässt. Nur ist die Behandlung teuer.

Das sogenannte analoge Insulin kann bei der Therapie mit dem Ziel einer guten Blutzuckereinstellung sehr hilfreich sein.

Warum? Es imitiert die Wirkungsweise der Bauchspeicheldrüse besser als das Normalinsulin. Beim gesunden Menschen geben die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse beim Essen das von ihnen produzierte Insulin direkt in die Blutbahn ab. In kürzester Zeit wird es im Körper verteilt, seine Blutzuckersenkende Wirkung beginnt praktisch sofort, um bereits nach wenigen Minuten abzuklingen. Das Normalinsulin hingegen braucht länger, bis es wirkt, und länger, bis es abklingt. Das heißt: Für einen Diabetiker, der Normalinsulin vor einer Mahlzeit spritzt, bedeutet dies, dass er je nach Blutzuckerwert mindestens 15 Minuten mit dem Essen warten sollte, damit der Wirkungsbeginn des Insulins mit dem Blutzuckeranstieg der Mahlzeit zusammenfällt. Ein Essen in Gesellschaft, in einer kurzen Pause? Fast unmöglich.

Dazu kommt: Normalinsulin wirkt viel länger als das eigene Insulin eines Gesunden: es hat eine Wirkdauer von etwa sechs Stunden, bei hoher Dosis auch mehr. Damit es nicht zur Unterzuckerung kommt, muss man in der Regel eine Zwischenmahlzeit einplanen. Und die darf man nicht vergessen, damit es nicht zu einer Unterzuckerung kommt! Ungeplante Zwischenmahlzeiten innerhalb der Wirkungsdauer des Insulins? Nicht empfohlen.

Auch mal spontan essen und ohne nach dem Spritzen warten zu müssen? Vergessen Sie’s.

Analoges Insulin ermöglicht dem Typ 1-Diabiker ein großes Stück mehr Normalität: Bei einem Blutzucker im Zielbereich kann gespritzt und sofort gegessen werden. Es ist sogar möglich, erst nach dem Essen zu spritzen, ohne dabei einen überhöhten Blutzucker zu riskieren. Dies ist immens wichtig, wenn man nicht weiß, wie groß die Mahlzeit ausfallen wird, z.B. im Restaurant, oder wann sie kommt oder ob man sie aufessen möchte… alles ganz normale Faktoren, die jeder von uns kennt!

Die sehr schnell und kurz wirkenden Analoginsuline machen den Blutzucker also besser steuerbar als herkömmliches Normalinsulin und sie erlauben einem Diabetiker mehr Freiheiten im Tagesablauf.

(Vom Basalinsulin wollen wir hier mal nicht reden, auch hier ist Analoginsulin in vielen Fällen vorteilhaft).

Warum ich Ihnen das erzähle?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Krankenkassen will die Kosten für Analoges Insulin (außer in seltenen Ausnahmefällen) nicht mehr tragen bzw. erstatten. Sie sind teurer als Normalinsulin, etwa 20-30 Prozent.

Bereits im Februar 2008 hatte der G-BA geplant, kurzwirksame Insulinanaloga für Typ-1-Diabetiker aller Altersgruppen von der Erstattung auszuschließen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte den Beschluss im Mai 2008 beanstandet und angeordnet, dass die Kassen die Präparate für Typ-1-Diabetiker bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres trotz höherer Kosten übernehmen müssen.

Im Anschluss beauftragte der G-BA ein Institut, das IQWiG, den Nutzen von kurzwirksamen Insulinanaloga für die Behandlung des Typ-1-Diabetes speziell bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Das Institut hatte wegen mangelnder Datenlage, insbesondere Langzeitstudien, keine Belege für einen Zusatznutzen gefunden. Analoginsuline sind seit etwa zehn Jahren in Deutschland zugelassen. Die Gewinne im Hinblick auf Lebensqualität usw. wurden als nicht quantitativ abgetan (ich habe tatsächlich in die Studie reingelesen). Der G-BA schlussfolgert daraus, dass sich das angestrebte Behandlungsziel auch mit Humaninsulin ebenso zweckmäßig, aber kostengünstiger erreichen lasse.

Die betroffenen Verbände können noch bis 20. April Stellung zu dem Beschluss nehmen und Erkenntnisse vortragen, die das IQWiG in seiner Bewertung nicht berücksichtigt hat. Die DDG und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) wollen sich mit einer Petition im Deutschen Bundestag für die weitere Kostenübernahme durch die Kassen einsetzen.

Ob das BMG den generellen Erstattungsausschluss dieses Mal akzeptieren wird? Wer gewinnt, die Krankenkassen und der allseits als Teufel an die Wand gemalte Kostendruck? Die Interessen der Patienten?

Votum:

Gott gebe, dass Analoges Insulin erstens keine Langzeitschäden mit sich bringt und dass es jedem Diabetiker, der es benötigt und einsetzen will, auch verschrieben wird.
Bei einem Leben mit Behinderung geht es nicht nur um ein Handling der Krankheit, es geht auch um eine möglichst normale Teilhabe am menschlichen Leben. Verdammt noch mal!!

Lesen Sie auch hier bei Magrat und finden Sie hier die Petition.

Genauso beschissen:

Urin- und Blutzuckerteststreifen für nicht insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker sollen nach dem Willen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen werden. (…) Die IQWiG-Bewertung habe weder für die Blutzucker- noch für die Urinzuckerselbstmessung einen Nutzenbeweis ergeben, so der G-BA. (…) … keine positiven Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität (…)

Quelle

Nee, ist klar. Typ 2-Diabetiker können ihren Blutzucker ja auch schätzen oder auspendeln.

HÖREN SIE BEIM G-BA NOCH DIE EINSCHÜSSE??????

Schwarzer Freytag vorbei

Die gute Nachricht:
Hamburgs CDU-Chef und Finanzsenator Michael Freytag tritt zurück.

Die schlechte Nachricht:
“um in die Wirtschaft zu wechseln.”
“Wirtschaft”, liebe Staatsbürger, heisst immer öffentliches Unternehmen. Also weiterhin Steuergelder.

Der zynische Satz:
„2008 bis 2009 war das härteste Jahr in meinem Leben“.

Hübsch zweideutig:
Beust würdigte Freytags Einsatz und wünschte ihm Glück für seine Pläne in der Wirtschaft.
In Zeugnissen würde das im Klartext heißen, von einer Einstellung des Herrn F. in Ihr Unternehmen würden wir dringend abraten.

IKEA Altona

Als Altonese hab auch ich gestern die Abstimmungsunterlagen zum Bürgerbegehren “PRO IKEA” bekommen.

Abgesehen davon, dass wir doch alle wissen, dass der Senat sich an solche Dinge nicht gebunden fühlt – diesmal vielleicht, wenn das Ergebnis der Senatsauffassung entspricht, aber die beim Bürgerbegehren gegen IKEA sieht das dann schon wieder anders aus – “mindestens 350 Arbeitsplätze” sollen entstehen? Bei IKEA?

Kommt das nur mir ein wenig übertrieben vor? Möbelhäuser sind üblicherweise doch eher Flächenfresser mit geringer Arbeitsplatzdichte.

Anspieltip: Bernadette la Hengst: Der innere Innenminister

Wie man die Neujahrsansprache erträgt…

… verrät uns die Titanic.

Ich seh mir das ja nie an, aber in diesem Falle…

Das Angela-Merkel-Neujahrsansprachen-Trinkspiel

Trinken Sie die angegebene Menge, wenn Sie folgende Worte hören:

* “Wir müssen gemeinsam…” – ein kleiner Schluck Glühwein
* “die Menschen” – ein großer Schluck Eierpunsch
* “Herausforderungen im kommenden Jahr” – zwei Schlucke Feuerzangenbowle
* “Aber wir dürfen die Augen nicht verschließen…” – ein Schluck Grog
* “nachhaltig”/”langfristig”/”friedvoll” – eine Tasse Glühbier
* “Und zum Schluß noch eine gute Nachricht: Ich bin schwanger!” – eine Flasche Wodka

So war’s: Einen Gang zulegen im Frappant am 28.11.

Nicht vergessen am 27.09.!

Heute mittag fragte mich doch glatt ein Mann am Nebentisch aus heiterem Himmel (nun ja, sein Gemurmel bei Zeitunglesen hatte mich schon schlimmes ahnen lassen): “Gehen Sie wählen?”

Ich so “Na klar”.

Ich weiß ja auch, wo ich mein Kreuz mache:

Wunderbares Wiesel votet

Und prominente Unterstützung hat das Wunderbare Wiesel auch:

Wieselwahl

Unser Land kann puschliger!

Sonntag: Wahlshitbingo

So kann man die Sendungen nach der Wahl vielleicht aushalten:

Das Wahlshitbingo. Gefunden bei der Riesenmaschine.

Individuelle Bingozettel, wie geil ist das denn bitte?

Meiner sieht so aus:

wahlshitbingo wwdw

Es wird allerdings nicht einfach werden…

wahshitbingo close up

Und falls Sie wissen wollen, ob Jörg Schönenborn schwul ist: DAS GEHT SIE NICHTS AN!

Und alle so yeah bei Spreeblick.

Chronologisch und so. Super. Hier.

Und auch ein Clip zur Aktion und dem geilen Song:

Leider nicht dabei…

… war ich aus Gründen beim Flashmob für die Clubs unter der Sternbrücke. Und ich hätte echt gerne geschrien.

Waagenbau, Astrastube und Fundbureau rufen zu einem Flashmob vor dem Hamburger Rathaus auf. Ziel ist es, mit möglichst vielen für exakt eine Minute möglichst laut zu sein. Bringt also Tröten, Rasseln, Megaphone, Sirenen und geölte Stimmbänder mit

Aber hier sieht man ein wenig, wie es war:

Yeah!

Da ist man mal ein paar Tage nicht wirklich im Internet und verpasst den ganzen Spaß…

Aber dafür gibt es ja die Weltenherrscherin, bei der ich eben alles nachlesen konnte.

Teil 1: Das Plakat.

Unbekannter Street Artist

Unbekannter Street Artist

Teil 2: Spreeblick.

Um künftig Wahlplakate pimpen zu können, gibt es den Schriftzug auch als Download:
und alle so

Den Flashmob finde ich ja Verschwendung pur, so viel Zustimmung hatte Angie sicher noch nie.

Aber der Song, der ist super.

Yeah.

Ich hatte Angst vor der Bundestagswahl…

… denn ich wusste nicht, wen oder was ich wählen sollte. Angst und Sorge quälten mich. Bis eben. Ich fand eine Sendung in meinem Briefkasten mit froher Kunde.

Vote Wiesel

Herr O.* Das wunderbare Wiesel ist in die Politik gegangen! Endlich weiß ich, wo ich mein Kreuz machen kann, wie puschlig!

Das Wunderbare Wiesel macht aktiv Wahlkampf…

Wunderbares Wiesel votet

Seien Sie puschlig, wählen Sie Wiesel!

* Habe ich auf den Fotos nicht erkannt, sorry!

Basisdemokratie, oh, ah!

Liebe Freunde und Freundinnen (übrigens Titel eines schönen Liedes von Mutter, aber ich komme vom Thema ab),

als Verfechterin der Basisdemokratie möchte ich Sie selbstredend an den internen Entscheidungsprozessen teilhaben lassen.

Dass Sie keines der Projekte kennen, gilt nicht als Entschuldigung. Ich entscheide schließlich auch den ganzen Tag über Dinge, von denen ich keine Ahnung habe.

Natürlich werde ich mich hinterher nicht an das Abstimmungsergebnis halten, es sei denn, es passt mir in den Kram. Ich rechne dennoch mit 100% Teilnahme.

Anspieltip: Wir sind die Bauherren

Das Video zur Gentrifizierung von St. Pauli

Hamburg 2001: Mitten in St. Pauli, unterm Park Fiction, vor der Amphore, neben dem Golden Pudel Klub, pachtet der selbsternannte “Kulturinvestor” Klausmartin Kretschmer die sog. “Riverkasematten”. Im Viertel macht der Investor sich durch das Fällen von Bäumen im Schauermannspark bekannt. Der Senat mietet das Gebäude zurück, um dort die alljährliche “Medianight” zu veranstalten, eine Party am Rande des Werbertreffs “Hamburger Dialog”. Eine Alu-Glas-Eventarchitektur entsteht. Park Fiction sagt: “That’s Gentrification”. Der Golden Pudel Klub sagt: Wir sind die Bauherren – und ernennt sich zum uneingeladenen Schirmherren der Veranstaltung. Schorsch Kamerun und Rocko Schamoni erläutern auch gleich noch die anderen architektonischen Entwicklungen am Hafenrand.

Damals Parodie – heute bittere Wirklichkeit…

Gehnse mit der Konjunktur!

Das Lied zur Krise.

Bei mir tut es die U-Tube gerade nicht. Bei Ihnen hoffentlich schon.

… einzutüten für die Großkonzerne (Herr Nilsson)

Besser kann man es nicht sagen… deswegen zitiere ich einfach nur:

(…)1914 wurde in der Einmündung zur Spitalerstraße, ausgehend von der Mönckebergstraße, ein schmuckes Häuschen gebaut, das vor dem säulenbewehrten Eingang einen Brunnen hat. In dem Häuschen wurde eine Lesehalle untergebracht. Der Brunnen ist der mittlerweile denkmalgeschützte Mönckebergbrunnen.

Solange ich mich erinnern kann ist in dem kleinen Schmuckstück von Haus eine Burger-Bude gewesen. Für eine Lesehalle war natürlich kein Geld vorhanden, deswegen durfte sich irgendwann der selbsternannte König der Burger dort breit machen. Als es hieß, der Vertrag würde auslaufen und man wolle den Mönckenbergbrunnen-Pavillon wieder zu einem Kulturpunkt umwandeln, da dachte ich noch “Wow! Sowas machen die? Mitten in der Innenstadt? Kaum zu glauben …!”

Ist es auch nicht, wie ich heute schwankend auf dem Rad feststellen musste. Der Neon-Schriftzug der Frikadellen-Bratstation ist weg, dafür hängt an dem renovierten Pavillon nun in goldenen Lettern (Ist das jetzt die “Kultur”?) der Name eines Kaffee-Schnellabfertigungs-Dingens. Das nennen die also Kulturpunkt? Ein weiterer Coffee-to-go-Laden ist alles, was Hamburg an Kultur aufbringen kann? Oh-mein-Gott.

Kulturcafe …Doch Halt! Jetzt macht es Sinn. Während die Kaffee-Klitsche ihren Schriftzug dick und fett über den Eingang geklebt und noch das bekannte Logo an der Seitenwand des Pavillons angebracht hat, wurde oben, über den Säulen, noch in etwas kleineren Goldbuchstaben “Elbdisharmonie Kulturcafé” geschrieben. Das ist dann die Kultur, die ich vermisst habe?
(…)

Lesen Sie den Gesamttext (mit den entsprechenden Bildern) bitte beim Herrn Magerquark.

Und übergeben Sie sich bitte dezent ob dieser Heuchelei. Die Latte liegt in Hamburg ja nun nicht besonders hoch, aber man kann doch immer noch drunter…

Aber hier leben? (Tocotronic)

Also,

bevor hier das letzte alte Haus abgerissen oder marmorsaniert ist, bevor das letzte Kino geschlossen, der letzte Buchladen rausgeekelt, die letzte Oma aus ihrer Wohnung ins Heim genötigt wurde und die ganzen kaufschwachen Studenten nach Wilhelmsburg umgesiedelt sind, am besten gleich mit der kompletten gottverdammten Uni, weil aus der alten kann man bestimmt ein tolles Einkaufsquartier machen – bevor Sie, werte Leser, hier also alle nicht mehr wohnen und leben können und wollen und nur noch Zaungäste sind, damit die Firma Stadt ihr Säckel schön voll machen kann, um zum Beispiel die ein oder andere Landesbank vor der eigenen Dummgier zu retten oder verlustbringend Krankenhäuser zu privatisieren; bevor hier also alles aus Geldgeilheit und Gleichmachungswahn vernichtet ist und kaltgestellt und verödet, bevor hier überhaupt einfach nichts mehr ist, was das Leben lebenswert macht, und alle, die dagegen sind oder im Weg stehen, ihre Schneidezähne aus Schlagstöcken klauben müssen, aber kein Geld haben, sich neue zu kaufen; bevor wir also endlich alle zu Tode gefilmt, geregelt, geklagt und verarmt wurden, und unsere Überreste sich am Stadtrand türmen, auf dass wir dort die Viertel beleben für H&M in zehn Jahren, für den ewig wuchernden Kreis der Krake Kapital; bevor also nur noch Musicalbesucher, Messefressen und eigentumsgeile Polizeigewaltbefürworter durch jene Straßen flanieren, wegen deren Andersartigkeit und Lebendigkeit wir dereinst nach Hamburg gezogen sind; bevor es also verdammt noch mal soweit ist, bitten wir inständig um zivilen Ungehorsam und kluge Reaktion gegen Mauerbauer, Rausklager, Draufhauer und Ausbeuter. Sonst singen wir bald alle brav im Chor: „Aber hier leben, nein Danke.“ Und sind raus.

Aus dem Newsletter vom Ü+G. Und wo sie recht haben…

Friday on my mind (Gary Moore)

Alternativtitel: Ach das könnte schön sein (Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller)

Stolpert Freytag über die Bonus-Affäre?
Kommunikations-Desaster sorgt weiter für Ärger / Der Finanzsenator wehrt sich: “Ich konnte nichts sagen”
CHRISTIAN BURMEISTER

Es braut sich was zusammen in der Koalition. Die Bonuszahlungen an den Chef der HSH-Nordbank, Jens Dirk Nonnenmacher, sorgen an der Parteibasis von GAL und CDU überwiegend für Fassungslosigkeit. Die Opposition tobt vor Wut. Bürgermeister Ole von Beust und Finanzsenator Michael Freytag (beide CDU) geraten immer weiter unter Druck. Kann dies alles ohne Folgen bleiben – oder muss Freytag seinen Hut nehmen?

Trotz eines Beschlusses der Bürgerschaft, die Bezüge bei der HSH-Nordbank auf 500000 Euro im Jahr zu begrenzen, hatte Nonnenmacher 2,9 Millionen Euro zugesichert bekommen – und das, obwohl die Bank mit 13 Milliarden Euro Steuergeld gerettet werden musste.

Quelle: Mopo.

Aber ich glaube nicht daran. Senator Freytag ist mit Superkleber an seinem Sessel befestigt. Man fragt sich, warum OvB trotz aller Peinlichkeiten und Pannen immer noch an ihm festhält.

Gib Gummi (5)

Mit diesem schönen Bild endet die Reihe bis auf weiteres. Derzeit werden ernstere Motive plakatiert. Schade.

gib gummi

Ohrwurm anlässlich der Altonale

PUA HSH Nordbank

Es gibt nun also einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur HSH Nordbank.

Falls Sie nicht wissen, was ein PUA ist und wie der arbeitet, gucken Sie mal hier.

In der Theorie:

Ein PUA ist das stärkste Kontrollinstrument des Parlaments gegenüber der Regierung (Senat). Er untersucht Sachverhalte, die im öffentlichen Interesse liegen und berichtet der Bürgerschaft. Ein PUA bietet dem Parlament die Möglichkeit, Tatsachenermittlungen in die eigenen Hände zu nehmen und dabei auch Zwangsmittel einzusetzen. Der Untersuchungsausschuss ist trotz der Möglichkeit, gerichtsähnlich Zeugen zu vernehmen, kein Organ der Rechtspflege, sondern ein Instrument der politischen Auseinandersetzung.
Einrichtung und Arbeit des PUA sind im ‚Gesetz über die Untersuchungsausschüsse der Hamburgischen Bürgerschaft’ vom 27. August 1997 (zuletzt geändert am 17. Februar 2009) festgelegt.

Ja, und in der Praxis?

Ingesamt gab es bislang 38 PUAs. Der PUA ‚HSH-Nordbank’ ist der 39. PUA.
(…) Der letzte PUA untersuchte als 38. PUA der Bürgerschaft die ‚Überprüfung der Weitergabe von vertraulichen Dokumenten des PUA “Geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße insbesondere durch PUA-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen, Abgeordnete, Abgeordneten- oder Fraktionsmitarbeiter und –mitarbeiterinnen an den Senat (einschließlich Behörden und Landesbetriebe) und den weiteren Umgang hiermit im Senat und den Fachbehörden und Landesbetrieben’ – er war am 29. März 2006 eingesetzt worden, sein Bericht wurde am 20. Juli 2007 von der Bürgerschaft zur Kenntnis genommen. Er hatte 7 Mitglieder.
Auch wenn dieser Ausschuss der zuletzt eingesetzte PUA war, so legte doch der 37. PUA seinen Bericht zeitlich gesehen später vor. Denn der PUA ‚Geschlossene Unterbringung Feuerbergstraße’, eingesetzt am 30. März 2005, beendete seine Arbeit erst mit der Vorlage des Berichts am 30. November 2007.

Die letzten beiden PUA sind auch prima Beispiele dafür, warum man daran zweifeln kann, dass aus dem Desaster bei der HSH Nordbank irgendwelche Konsequenzen gezogen werden könnten…

Veranstaltungshinweis: Neues aus der Wortspielhölle

Love me gender.

Bekloppter Wahlkampf (5)

Heute habe ich den Wahl-O-Maten zur Europawahl befragt. Man kann da jetzt die Punkte ankreuzen, die einem besonders wichtig sind, dann werden sie doppelt gewichtet. Bis zu acht Parteien nach Wahl werden verglichen.

Was soll ich sagen, als Empfehlung kam, sowohl bei doppelter als auch bei einfacher Wertung, die Partei heraus, bei der ich mein Kreuz zu machen beabsichtige. Schon beruhigend, dass das nicht nur auf einem Bauchgefühl beruht, sondern auch auf den Wahlprogrammen.

Seven Social Sins (OEIL)

Seven social sins: politics without principles, wealth without work, pleasure without conscience, knowledge without character, commerce without morality, science without humanity, and worship without sacrifice. – Mahatma Gandhi

Gefunden bei Phrixus.

Regieren heisst verantworten..

Dass mir Herr Meyer-Wellmann mal aus der Seele spricht, das ist doch wahrlich einen Blogbeitrag wert.

Ein Pferd kommt vor Hunger um, wenn es von mehreren Leuten gehütet wird. Allzu oft lässt sich diese afrikanische Alltagsweisheit in jüngerer Zeit auf politische Realitäten in Hamburg übertragen. Wo viele an Entscheidungen beteiligt sind, stehlen sich am Ende alle aus der Verantwortung.

Um es konkreter zu machen: Die Hamburgischen Electricitäts-Werke wurden verkauft – beteiligt waren SPD, GAL, CDU, FDP und Schill. Alle Hamburger, besonders die Unternehmen, haben für den eklatanten ordnungspolitischen Fehler, aus einem staatlichen letztlich ein privates Monopol zu machen, die (höhere Strom-)Rechnung bezahlt. Die politische Verantwortung hat niemand übernommen.

Die Kosten der Elbphilharmonie sind von 114 auf 323 Millionen Euro explodiert. Es zahlt: der Bürger. Wer hat die Verantwortung übernommen? Ein Senator, ein Staatsrat? Keinesfalls.

(…)
Durch eine größenwahnsinnige Geschäftspolitik mit Dependenzen in karibischen Steuerflüchtlingsparadiesen hat die (teil-)staatliche HSH Nordbank Milliarden Euro Verluste gemacht, die nun der ehrliche Steuerzahler ausgleichen muss. Dabei haben die Nordbanker mit Rückendeckung des Senats Roulette gespielt. Mit gut 20 Milliarden Euro haften die Bürger für den Irrsinn. Und hat sich jemand entschuldigt, hat jemand die Verantwortung übernommen? Ein Senator? Der Bürgermeister? Nichts dergleichen.

Und nun, als aktuellstes Beispiel, das verhungerte Baby Lara. Senat und Bezirk schieben die Verantwortung für den Tod des staatlich betreuten Kindes hin und her – am liebsten würden sie sie den Sozialarbeitern aufbürden. Dabei hat die Politik denen durch immer neue Anforderungen die Arbeit erschwert.
(…)

HSH Nordbank: Prüfende Kanzlei befangen?

HSH Nordbank: Prüfende Kanzlei befangen?
Quelle: Welt.de
15. Mai 2009, 04:12 Uhr

Die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die vom Aufsichtsrat der HSH Nordbank mit der Prüfung des Vorstands beauftragt wurde, scheint die Landesbank auch bei der Gestaltung von Verträgen beraten haben, die zur Anschaffung der nun als toxisch bezeichneten Wertpapiere geführt haben. Das geht aus der Antwort des schleswig-holsteinischen Finanzministeriums auf eine Anfrage der grünen Abgeordneten Monika Heinold hervor.

Freshfields soll prüfen, ob heutige oder frühere Vorstände der Bank in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich in vollem Umfang ihre Pflichten zur ordnungsgemäßen Führung der Geschäfte erfüllt haben. Ziel sei es, unabhängige Anwälte untersuchen zu lassen, ob sich ein möglicher weiterer Handlungsbedarf ableite, so das Ministerium. Heinolds Anfrage und die Antwort deuten auf eine mögliche Befangenheit der Anwälte hin. In den letzten Jahren habe die Kanzlei die HSH Nordbank sowie deren Tochtergesellschaften beraten, bestätigte das Ministerium. Schwerpunkte bildeten demnach die Beratung zu gesellschaftsrechtlichen, kartellrechtlichen und bankrechtlichen Fragen. Beispielsweise bei Verkauf oder Erwerb von Unternehmensbeteiligungen, Kapitalerhöhungen sowie im Zusammenhang mit den an der Bank bestehenden stillen Beteiligungen sei die Sozietät beratend tätig gewesen.

(…)

Befangen? Echt?

Kleine Anfrage Freshfields in der Parlamentsdatenbank der Hamburgischen Bürgerschaft
Suchen Sie nach Drucksache 19/3112

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/3112
19. Wahlperiode 26.05.09
Schriftliche Kleine Anfrage
des Abgeordneten Thomas Völsch (SPD) vom 18.05.09
und Antwort des Senats
Betr.: Beauftragung der Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer
Ich frage den Senat:
1. Hinsichtlich welcher Beratungs- oder anderen Dienstleistungen hat die Freie und Hansestadt Hamburg in den Jahren 2001 bis heute die Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer beauftragt?
Bitte
a. Auftragsgegenstand,
b. Auftraggeber,
c. Auftragszeitraum und
d. Auftragsvolumen
nennen.
(…)

Auftraggeber Finanzbehörde
Kalenderjahr 2002
Auftragsgegenstand in Kurzbezeichnung Rechtsberatung bei der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein
Auftragszeitraum August 2002 – April 2003
Auftragsvolumen inkl. USt. in Euro 632.477,00 €

Peanuts??

Bekloppter Wahlkampf (4)

Wie konnte ich nur die FDP auslassen.. immerhin haben die doch laut eigener Webseite das “beste Plakat” zur Europawahl

…nicht nur in den Umfragen dazu, sondern auch mit ihrem Plakat zur Europawahl. Und an Deutlichkeit ist das Abstimmungsergebnis einer “Bild”-Umfrage nicht zu überbieten. “Bild.de” hat die Plakate der großen Parteien vorgestellt und wollte wissen: “Wer hat das beste Wahlplakat?”. Satte 47 Prozent votierten für das FDP-Plakat.

Nun, wenn man nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat… und die BLÖD-Leser sind gewiss Europawahlexperten…

“Ein Europa der Freiheit für die Welt des 21. Jahrhunderts” ist ja auch ein knackiger Claim.

Das beste finde ich jedoch, dass es das “Programm der FDP zur Europawahl 2009 zum Download (PDF)” auch auf Esperanto gibt.

Hier finden Sie das Kurzwahlprogramm auf Esperanto (PDF)
Übersetzung: Klaus Leith

Wenn das nicht zum Zusammenwachsen in Europa beiträgt, dann weiss ich auch nicht.

Bekloppter Wahlkampf (3)

Nun also auch die SPD. “Negative Campaigning” nennt man das wohl. Scheinbar hat die SPD das nötig. Ich frage mich nur, warum sie ihr Pulver ausgerechnet für die Europawahl verschießt… wird der Bundestagswahlkampf dann seriös oder noch schlimmer?

Immerhin sind die Plakate grafisch gelungen. Das ist aber auch das einzige gute, was mir dazu einfällt. Ich möchte keine amerikanischen Zustände im Wahlkampf.

wahlkampf spd

wahlkampf spd 2

wahlkampf spd 3

Tja. Hinterher wundern sich alle, warum keiner zur Wahl geht und allgemein niemand mehr Lust auf Politik hat.

Bekloppter Wahlkampf (2)

Ich finde gerade kein Bild, aber das Plakat ist wirklich, wirklich, wirklich schlimm*.

Soll Frau S-J darauf wie eine Richterin mit abwesendem scheelen Blick aussehen? Wenn ja: Mission erfüllt.

Oder wie Nils sagt:

Oh Mensch. Das muss einem doch gesagt werden! Himmel, so geht das nun wirklich nicht. Ich meine – da hätte man doch bestimmt eine Lösung finden können. Irgendwie, irgendwo hätte man, da bin ich mir sicher, ein wenig Geld abzweigen können. Dann wäre uns das erspart geblieben.

Wie es den Anschein hat, geht es der schwarzen Partei in Hamburg nicht so gut. Die müssen arg klamm bei Kasse sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie eine der schlechtesten Senatorin des alleinregierenden Schwarz-Senats in so unglaublich unvorteilhafter Pose abgelichtet haben. Die soll uns in der EU vertreten? So? Sorry, aber sie schaut schon ein wenig aus, als hätte sie jemand in ein zehn Nummern zu großes Sakko gesteckt, dann wusste sie nicht wohin mit der rechten Hand und der Witz, den der Fotograf ihr erzählt hat – sofern es denn ein Fotograf war, der sie da ablichtete –, der muss extrem schlecht gewesen sein. So verkniffen und gequält, wie die einstige Zweite Bürgermeisterin dreinschaut …?

Klarer Fall von: Abgehalfterte Partei-Granden auf Steuerzahlers Kosten irgendwo parken. Das schlimme ist: es wird ihnen gelingen.

*Edit: Sagt sogar das Senatsblatt. Soweit ist es schon gekommen 8-O !

Bekloppter Wahlkampf (1)

Heute: WUMS

Die Europawahl findet wie jedes Mal weitgehend jenseits der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger statt. Halbherzig sind in Hamburg einige Plakate zu sehen, ein paar Infostände versperren Einkaufenden den Weg, alles ist wie immer.

Geht das auch anders? Na klar. Mit WUMS.

56805.wums_2009

Was für ein alberner Slogan. Ich sehe direkt die Imageberater der GAL vor mir, die etwas “junges, frisches” für die Kampagne vorschlagen. Erst stand das Akronym, dann wurden die Inhalte besetzt. Das können andere PARTEIen aber besser :D

“Mit WUMS für ein besseres Europa”. Meine Güte, wäre mir das als Wahlkampfhelfer peinlich, so einen Slogan über die Lippen bringen zu müssen. Andererseits muss man als GAL-Mitgleid in Hamburg ja ohnehin ziemlich schmerzfrei sein…

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