Kennse das, man freut sich wochenlang auf etwas schönes, und wenn der Termin näher rückt und es ist November und man ist überarbeitet und müde, dann ist es trotzdem fast zuviel verlangt, hinzugehen?
So war es am Donnerstag. Ein wirklich langer Tag in der Fabrik des Grauens, abends noch ein Termin mit Small Talk und dann will man um 21.30 noch ins Hafenklang… fast zuviel. Aber ich wäre nicht der Welt größter MUTTER-Fan, wenn ich mich davon abhalten ließe. Mag MUTTER sich auch von Autopannen auf dem Weg zu einem Festival aufhalten lassen, so kann keine Müdigkeit der Welt Ihro Wunderbare davon abhalten, pünktlich im Hafenklang zu sein (Auch wenn MUTTER natürlich erst um und bei gegen zehn auftreten wird).

Es war schön, es war bewegend, es hat mich glücklich gemacht. MUTTER macht mich immer glücklich. Ok, “Von dem schönen Schein und dem dummen Sein” gefällt mir nicht. Und “Regenwurm” hätte auch nicht auf dem Album sein müssen. Aber der Rest!
Die Musik, die Texte. Paralysiert lasse ich mich vom Auftritt von Max Müller gefangen nehmen wie jedes Mal. Die Gedanken kommen für Momente zur Ruhe, ich bin nur im Hier. Wunderbar. Bis auf eine Ausnahme ist das Publikum sehr angenehm und konzentriert, niemand geht ständig zur Bar oder quatscht dumm.

Tom sieht mit Brille aus wie ein freundlicher Musiklehrer, Florian zieht beim zweiten Song das T-Shirt aus. Max hat hinreißende Locken, aber kann er unter den Haaren überhaupt etwas sehen?
Max wirft sich zu Boden, reisst eine Box mit sich, wie jedes Mal weiss ich, dass so etwas passieren wird, aber es wirkt trotzdem nicht aufgesetzt oder einstudiert, es befremdet mich und erzeugt immer noch eine Irritation, ein Unwohlsein beim Zusehen.
MUTTER ist so anders als die meisten Dinge, die mich sonst glücklich machen. Ich fühle mich weniger allein mit den Zweifeln.
“Ihr seid alle schön für mich”. Ja.
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