Wie Sie wissen, kommt man ja zu nichts. Gründe dafür gibt es zuhauf, diese interessieren hier aber nicht.
Daher in der gebotenen Kürze:
Das Dockville 2009 war vor allem eins: Voll. Zu voll. Viel zu voll. Richtig entspannen konnte man nur am Sonntag. Dafür, dass das Gelände kleiner wurde, können die Veranstalter nichts, aber die Lage der Hallenbühne zum restlichen Gelände kann man ja nur als abschreckend bezeichnen. Eine halbe Stunde von einer Bühne zu einer anderen – das schafft man einfach nicht zum Musikwechsel. Das Nadelöhr vor der Dorfbühne sollte man nächstes Jahr vermeiden. Und man sollte weniger Karten an der Abendkasse verkaufen… 15.000 Besucher auf dem kleinen Gelände, das war unerträglich.
Die Leute fand ich im großen und ganzen ok, aber mir fehlten die chilligen Orte und die versteckte Kunst dann doch ziemlich. Ein super Neuzugang war “Das Horn”, das sollte man beibehalten.

Tja, und musikalisch fehlten mir die begeisternden Momente dieses Jahr fast völlig.
Dass ich mit Turbonegro nichts anfangen kann, ist ja niemandes Schuld. Auch nicht, dass ich nicht bis nachts auf Frittenbude warten wollte. Die Mediengruppe Telekommander fand ich nicht schlecht, aber aus den Schuhen gehauen hat es mich nicht.
Von Element of Crime werde ich künftig die Finger lassen. Einzelne Songs sind ja sehr schön, aber nach mehreren Liedern möchte man sich trotz schönsten Sonnenscheins nur noch ersäufen… schade. Bonaparte ist nicht mein Ding, das wusste ich , aber von Jim Pansen war ich dann doch enttäuscht. Flacher Hip Hop. Richtig flach.
Whitest Boy Alive lieferte Chill Out Musik, was zwar gut zum Abhängen passte, aber schlecht zu einem Festival auf der Hauptbühne abends. Zu dieser Zeit hatten wir immerhin die Aussichtsterrasse von LM erobert und eine geniale Aussicht. Die Liegemöbel dort waren übrigens auch genial bequem.
Ja, und die angepriesenen MGMT können sich die geneigten Lobhudelanten von mir aus in die Haare schmieren… klingt wie Supertramp, und viel schlimmeres kann man ja über eine Band nicht sagen.
Der Sonntag war wie gesagt der schönste Tag. Vielleicht weil Wwiesel dabei war?

Richtig gut fand ich “Dan le Sac vs. Scroobius Pip”, britischer Hip Hop vom feinsten. Ich liebe britischen Humor und britisches Englisch. Gefallen hat mir auch Estuar, Gewinner von “Krach und Getöse”. Nobelpenner und Fickscheisse hingegen waren enttäuschend. Kettcar kann man mir sowieso ans Bein binden, also egal. Dennis Lisk machte souligen HipHop, soweit ok. Richtig richtig RICHTIG schlecht war hingegen Pascal Finkenauer. Wer zum Teufel schreibt dessen Texte? Das ist Schlager pur. Übel, einfach nur übel.
Ich würde gerne wieder behaupten, nächstes Jahr nicht hinzugehen, aber sobald die Frühbuchertickets rauskommen, werde ich ja doch wieder schwach. Ich werde das einfach Dochville nennen.


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