Viktor Marek & Ashraf Sharif Khan, Westwerk, 24.03.2012
Computer says:
Endlich! Nach unfassbar tollen Konzerten endlich ein erster Tonträger des Duos Viktor Marek und Ashraf Sharif Khan.
Der eine nicht umsonst als der “Madlib von der Waterkant” gefeiert, der andere aus einer Sitar-Spieler-Dynastie in Pakistan durch Zufall in Hamburg-City gelandet.
Zusammen produzieren sie einen Sitar-getriebenen ClubStep, der alle Länder, Völker, ja beide Gehirnhälften ein für alle mal vereinigt!(…)
Ashraf Sharif Khan
Der Eine ist Sohn eines pakistanischen Sitarmeisters, und jetzt selber einer. Ashraf Sharif Khan spielt Ragas auf der ganzen Welt. Mit Sicherheit und technischen Fertigkeiten, nur Routine kommt bei ihm nie auf, zu groß ist sein Gespür für den Moment. Er spielt den ganzen Tag und man möchte ihm auch den ganzen Tag zuhören. Doch er möchte mehr entdecken: Clubmusik hat es ihm angetan, er will sie verstehen, ihre Strukturen erkennen. Und das geht am besten übers Machen.Viktor Marek
Der Andere sieht aus wie ein Sizilianer, trinkt 20 Espressi am Tag und führt ein rastloses Leben zwischen dem Golden Pudel Club und gefühlten zehn Bands, wie Jacques Palminger and the Kings of Dubrock und Knarf Rellöm’s Trinity. Aus seiner elektronischen Schaltzentrale heraus blubbern die Samples. Sein Anliegen ist, Musik aus dem zu machen, was doch eigentlich keine Musik ist. Geräusche des Alltags werden rhythmisiert und gedehnt, bis man sie »spielen« kann. Man kann ihm dabei zusehen, es geschieht fast alles live. Seine Musik kann sehen und zuhören möchte man auch ihr den ganzen Tag.Nun haben sie eine Band gegründet. Kommunikation ist für beide kein Problem, sind sie doch sehr gesellig. Doch irgend etwas geht bei ihrer Musik weit über Gehörtes hinaus, ist viel mehr als Weltmusik, oder kulturelle Fusion. Da gehen zwei Musiker große Schritte aufeinander zu und bleiben doch sie selbst. Heraus kommt etwas Eigenes und nicht zuletzt etwas, wozu man tanzen will. Machen wir es kurz, ihre Musik ist so toll, denn sie sind Der Khan der Sizilianer.
Die musikalische Kritik kann ich mir damit sparen, alles ist gesagt. Funky, tanzbar, großes Kino!
Ich hatte die Freude, die beiden beim Pudel Geburtstag auf Kampnagel im letzten Jahr zu sehen, und konnte mir den Auftritt im Westwerk nicht nehmen lassen. Zumal ich bekanntermaßen der weltgrößte Viktor-Marek-Fan bin.Ich habe mir diesmal gespart, mit Unterwäsche und Plüschtieren zu werfen, und bin still und heimlich dem Zauber der Musik und dem Charme von Herrn Marek erlegen. Er ist einer der wenigen Menschen mit solchem Talent, die eine so positive Ausstrahlung haben, dass ich einfach lächeln MUSS. Und wenn die Musik dann noch dermaßen in die Beine geht, ist der Abend perfekt.
Promisichtungen: Tex Strzoda, Ted Gaier, und ich meine, Booty Carell
* Ja, Viktor kann einfach alles tragen.
Edit 11.04.2012: Jetzt auch in Bild und Ton:
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