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Wo ich schon so aus dem Nähkästlein plaudere, kann ich mich auch noch als eines der seltenen Exemplare outen, für das anderweitig gebundene Männer ein vollständiges Tabu sind. Da wird nicht mal mehr geflirtet.

Wenn ich mich im Bekanntenkreis so umsehe, ist das wohl nicht mehr so weit verbreitet. Da haben Frauen Affairen mit verheirateten Männern, auch solchen mit Kindern, dass ich mich nur wundern kann. Da gehen selbst vermeintlich stabile Beziehungen auseinander.
Versteht mich nicht falsch, ich will mir nicht anmaßen, darüber zu urteilen. Es ist nur für mich nicht der erstrebenswerte Weg.

Ich weiß, dass manche Männer einen äußeren Anlass brauchen, um sich aus einer für sie nicht mehr funktionierenden Ehe zu lösen. Aber ich möchte nicht der Anlass sein. Ich wünsche mir jemanden, der wirklich frei für etwas Neues ist.

Ich stand mehrere Male vor einer Situation, wo das Interesse auf beiden Seiten groß war. Der verheiratete Kollege. Der liierte Musiker. Und jüngst der langjährige Freund, von dem mir nach einer Party berichtet wurde, er habe nur Augen für mich gehabt. Solange ein Mann anderweitig gebunden ist, ziehe ich mich zurück und bekämpfe jedwedes Gefühl, dass sich in mir ausbreiten möchte.

Ist das der Grund, warum es so schwer ist, jemanden zu finden? Fair Play gekoppelt mit dem Lebensalter, in dem eben viele von uns schon Verletzungen erlitten haben und vorsichtig geworden sind?

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11 Kommentare zu “Zu fair für die Liebe? (2)

  1. Ich finde Fair Play richtig und wichtig. Wobei ich denke, dass es auf den Einzelfall ankommt. Wenn die Gefühle verrückt spielen, kann man das vielleicht nicht immer einfach beiseite wischen. Aber sich in einer Beziehung (egal wie schlecht sie auch ist) auf eine Affäre ohne ernsthaft emotionale Anbandelung einzulassen, halte ich definitiv für falsch.

    Und das als „männlich“ bezeichnete Lösungsproblem kenne ich auch von Frauen. In einer solchen Situation ist eine Einmischung vielleicht einfacher – wenn auch leider nicht immer wirksam. Ich bin eben meist doch einfach nur der liebe Kumpel.

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  2. Man will vor allem nicht der Grund sein, weshalb eine andere Beziehung auseinander geht, weil man sich dann eigentlich immer fragen kann, was macht er, wenn die Nächste kommt?

    Es ist halt so, dass sich die meisten Männer von einer Beziehung in die nächste retten, weil sie nicht alleine sein wollen oder können.

    Ist ja auch einfacher, die (immer gleichen) Probleme auszublenden, in dem man was neues, frisches anfängt…

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  3. Ich glaube, da gibt es so viele verschiedene Varianten und Umstände, dass es da keine allgemeingültige Antwort oder „Haltung“ zu gibt.
    Für mich musste ein Mann viele Jahre lang drei Kriterien erfüllen: 1. musste er verheiratet sein, 2. mindestens ein (besser mehrere) kleine Kinder haben und 3. gerade ein Haus gekauft oder gebaut haben. Alle anderen kamen für mich nicht infrage. Heute, in meinem Alter, dürfte es schwierig werden, so einen Mann zu finden … allerdings suche ich auch keinen. 😉

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  4. Erst „Klar Schiff“ machen, dann neue Beziehung — alles andere ist ein Mischmasch, man weiß ja nicht mal, ob der/die andere seinen/ihren Partner/in wirklich verlässt. Dafür gibt’s ja auch genug Gegenbeispiele…
    (Leichter gesagt, als manchmal getan, ich weiß…)
    Unflauschig: Den/die aktuelle/n Partner/in erst mal so zur Sicherheit behalten, falls es mit dem/der Neuen nicht klappt, nach dem Motto „ohne Partner ist ja auch doof“.
    Fazit: Ganz Ihrer Meinung.

    (Das mit Rahm ist eine Ausnahme. 😉 #Insider #Scherz)

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  5. Vivere militare est – oder, wie es Marius sang: Der Junge auf dem weißen Pferd, der kommt nicht mehr! Was so desillusionierend klingt, ist im Grunde aber nur die Erkenntnis, dass es sich auch zu kämpfen lohnt: Für eine Beziehung oder für andere Dinge. Mann /frau bekommt nichts mehr auf dem Silbertablett serviert; und wenn man gemeinsam gekämpft hat, auch sich oder den Anderen aus einer Beziehung heraus, dann hat man schon etwas, was zusammen erreicht wurde. Und was man/frau sich erkämpfen musste, hat viel mehr Wert! Um es mal von der anderen Seite zu betrachten …

    Herzliche Grüße!

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  6. Was der Dunkle sagt, hat viel für sich, wobei ich halt auch einige Beispiele kenne, wo sich das dahingehend entwickelt hat, dass nur einer gekämpft hat, während der andere sich irgendwie nicht aus seiner alten Beziehung lösen konnte. Wenn sich so etwas länger hinzieht, ist das für mich ein schlechtes Zeichen. Der Leidtragende ist derjenige, der immer noch hofft und hofft und wartet… Das ist für das Gefühl desjenigen (oder derjenigen, es ist letztendlich egal, ob Männlein oder Weiblein, es gibt diese Fälle ja in beide Richtungen) eine große Belastung.
    Ich finde schon, dass sich so oder so relativ schnell entscheiden sollte, dass der klare Wunsch eines gemeinsamen Weges da ist und auch gelebt wird, jedenfalls hier, da ja von Liebe und Partnerschaft die Rede ist.
    Es gibt ja auch teilweise gute Gründe, warum man einen Partner nicht verlassen mag… Kinder, Krankheit… Es ist nicht immer einfach nur aus Bequemlichkeit…
    Ein Thema, über das man lange philosophieren könnte. 🙂 Und dann kommt es doch anders als man denkt…

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  7. @ Fellmonsterchen:

    Insbesondere Kinder sind für mich kein Argument. Ich halte das Aufrechterhalten einer Beziehung – sei es nun nur oder hauptsächlich – der Kinder Willen in der Regel für verkehrt. Auch wenn es vielleicht erstmal schmerzhaft ist, letztlich ist das meiner Meinung nach auch für die Kinder die bessere Entscheidung.

    Als Eltern hat man Vorbildcharakter und sollte keine „Märchenwelt“ aufbauen. Zudem denke ich, dass insbesondere Kinder oft sehr feinfühlig sind und Zwischenmenschliches eher bemerken. Und nicht obwohl, sondern gerade weil sie das aufgrund mangelnder Erfahrung vielleicht nicht einzuordnen wissen, halte ich klare und ehrliche Verhältnisse für sehr wichtig. Eben damit sie dies richtig einordnen können.

    Wenn die intimen Gefühle für einander verschwinden und einer Freundschaft weichen, okay. Aber auch das muss man den Kindern (altersgerecht) erklären. Es ist dann eben eine Art Familien-WG.

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  8. @Schokokäse: Als Scheidungskind kann ich sagen, dass ich damals sogar froh war, als meine Eltern sich endlich getrennt hatten, von daher stimme ich Dir zu.
    Ich meinte es eigentlich eher so, dass die Gründe nicht immer nur Faulheit sind und zumindest die Absicht, sich wg. der Kinder nicht zu trennen, ja eigentlich gut im Sinne von „gut gemeint“ ist. Gut gemeint ist nicht immer wirklich gut und die Kinder sind ja nicht dumm und spüren das „Vorspielen falscher Tatsache“ in der Regel. Das Beste ist es, wenn die Eltern die Trennung ohne Hass und Streit hinter sich bringen und den Kindern ermöglichen, Zeit mit Vater und Mutter zu verbringen.
    Ich war in meinem vorherigen Kommentar zu faul, diesen Aspekt zu erklären. 🙂
    Ich persönlich hätte trotzdem ein ungutes Gefühl, in einer Beziehung „dazwischenzufunken“, es sei denn, es wäre schon deutlich zu erkennen, dass die alte Beziehung am Ende ist. Aber es gibt ja auch Phasen, in denen Paare eine schwierige Zeit durchmachen, aber eine Chance haben, sich wieder zusammenzuraufen. Das zu unterscheiden, ist nicht immer einfach. Und wenn dann noch Kinder da sind…
    Hach, ich bin froh, dass ich zurzeit nicht verliebt bin. 🙂 Das kann ja so kompliziert sein.

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  9. @ Fellmonsterchen:
    Ach so, okay 🙂 Und ein ungutes Gefühl ist da ja auch angebracht. Denn man sollte die Sache mit Vorsicht angehen und vorher abwägen, ob es sich „lohnt“. Also ob die Gefühle wirklich ernsthafterer Natur sind. Nicht, dass man eine Beziehung auseinanderbringt und wenig später erkennt: „Ups, die Person war doch nicht die richtige …“. Klar, Sicherheit gibts nirgends, erst recht nicht in Gefühlswelten. Aber um nicht gleich Hals über Kopf einen riskanten Weg zu gehen, sind ungute Gefühle hilfreich, um einen zu zügeln 🙂

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  10. Sorry, wer erst durch eine neue Beziehung den Absprung von einer (angeblich schon völlig zerrütteten) alten Beziehung schaft, der schafft es auch nicht allein über die Straße. 😛

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