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Unser aller Weltenherrscherin, das epochale Fellmonsterchen, hat eine neue Runde des Projektes „52 Bücher“ gestartet.

Aus Gründen habe ich länger nicht teilgenommen, aus Gründen nehme ich diesmal wieder teil.

Woche 1.

Ich lese derzeit zwei Bücher:

„Michael Weins – Goldener Reiter“.

Michael Weins habe ich einmal bei einer Veranstaltung erlebt und als feinen Menschen in Erinnerung behalten. Ja, er hat charmant meine Zigaretten für mich aufgehoben, aber das tut nichts zur Sache.

„Goldener Reiter“ hat bei Veröffentlichung offenbar nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die das Buch verdient hätte.  Der Verlag hat es daher im vergangenen Jahr neu aufgelegt.

Michael Weins beschreibt in einem dokumentarischen Roman aus Sicht eines etwa acht- bis zehnjährigen Jungen, wie die Mutter sich immer unerklärlicher verhält, wie ihr Sohn versucht, den Anschein der Normalität aufrecht zu erhalten, wie die Mutter schließlich in Ochsenzoll, einer bekannten Hamburger Psychiatrie, landet.

Ich habe das Buch beiseite legen müssen. Zwar habe ich nichts vergleichbares erleben müssen, aber die Schilderungen des Icherzählers gehen mir unglaublich nah.

Michael Weins hat den großen Mut aufgebracht, sehr nah an sich selbst und seinen Gefühlen diese Geschichte zu schreiben. Er findet dafür Worte, die es ermöglichen, mitzufühlen, mitzuleben.

Dafür gebührt ihm tiefer Respekt und große Anerkennung.

 

Erich Fromm – Haben oder Sein

Auch nicht die leichteste Bettlektüre, aber unglaublich lohnenswert.

Worum geht es im Leben – im eigenen und in der Gesellschaft – darum, was man hat (besitzt) oder das, was man ist (was uns ausmacht)?

Das Buch stammt von 1976 und ist so erschreckend zeitlos. Auch heute noch sprechen wir davon, worum es uns geht oder gehen sollte: das schneller, höher, weiter – Wirtschaftswachstum, Konsum, Geltungsdrang – oder ein anderes, menschlicheres Miteinander?

Einer Lösung scheinen wir nicht wirklich viel näher gekommen zu sein.

Fromm schreibt in einer Sprache, die klar und gut verständlich ist.

Auch dieses Buch kann ich nicht gut am Stück lesen, denn die Fragen, die Fromm aufwirft, bewegen mich, zwingen mich dazu, eine Haltung einzunehmen, ziehen mehr Fragen nach sich.

 

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5 Kommentare zu “52 Bücher 2014/15 Woche 1: Was ich zur Zeit lese

  1. Schön, dass Sie wieder teilnehmen!
    Die beiden Bücher wandern auf meine Wunschliste, das klingt sehr lesenswert. Von „Haben oder Sein“ habe ich schon öfter gehört, aber bis jetzt noch nicht zugegriffen.

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  2. Ich kenne „Haben oder Sein“ nicht, aber das Thema um das es geht ist immeraktuell. Und es sollte nicht erschrecken, denn solche Themen waren auch schon lange vor 1974 und sonstwann ein Thema.
    Mann, ich habe ja die Zeiten alle nicht miterlebt, ich bin viel zu jung dafür, aber ich glaube nicht, dass es wirklich erschreckend ist, dass das zeitlos ist. Schließlich ist das ein Thema, das die Menschen schon recht lng beschäftigt. Also nicht erschrecken.

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