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Unser aller Weltenherrscherin warf mir ein Stöckchen zu. Da dieses mit überschaubarem Aufwand zu erledigen ist, greife ich sofort zu.

Die Aufgabe lautet:

  • Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
    • Schlage die 123. Seite auf.
    • Suche den fünften Satz auf dieser Seite heraus.
    • Poste die nächsten drei Sätze.

 

Plötzlich sprang mir ein Vers in den Kopf, der genau zum richtigen Augenblick die plötzliche, schicksalhafte Wende in meinem Leben zusammenfasste: Alle Donner eines Lebens / in einer Stunde verklungen.

Der Wagen hielt vor dem Untersuchungsgefängnis Kiefernberg des Amtes für Öffentliche Sicherheit von Chongqing.

Zwei Kameras richteten sich auf mich, ich stellte mich vor dem Eingangsschild in Positur und hob die Handschellen, ganz unbewusst drückte ich die Brust raus und zog die Augenbrauen zusammen, das Bild eines seltsamen um Land und Leute besorgten Kerls, dessen Sucht nach Theaterspielen noch nicht gestillt war.

 

Liao Yiwu: Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen.

 

Leider muss ich gestehen, dass dieses Buch nur deswegen direkt neben mir liegt, weil ich es in gute Hände weitergeben möchte. Ich habe es 2011 von einem lieben Freund geschenkt bekommen, der es sogar vom Autoren hat signieren lassen. Als ich gestern nacht mal wieder schlaflos durch die Wohnung streifte, habe ich Bücher aussortiert und mir eingestanden, dass ich dieses Buch wohl nicht lesen werde. Drei Jahre stand es unberührt im Regal, und wir wollen ehrlich sein: auf absehbare Zeit ist das Thema des Buches für mich nicht als Lektüre geeignet.

Die guten Hände zu finden, ist jedoch nicht leicht. Eine Freundin von mir kommt in Frage, die durchaus auch Interesse an der chinesischen Politik hat. Dann kenne ich entfernt noch jemanden, der ausschließlich Biografien liest, allerdings weiss ich nicht, ob dazu auch Autobiografisches zählt.

Falls unter Ihnen jemand ist, der großes Interesse hat, würde ich auch Ihnen gern eine Freude damit machen.

 

Das Stöckchen möchte ich gern Katja anbieten, die eine ausgeprägte Leseleidenschaft pflegt und gewiss etwas interessantes beizusteuern hat.

 

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6 Kommentare zu “Stöckchen: 123-5-3

  1. Solche Stöckchen fängt man gerne, das versteh ich 😉 und auch das das Buch unberührt im Regal stand
    Liebe Grüße Tanja

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  2. Bestimmt ein lesenswertes Buch, aber mir wäre das zurzeit auch zu schwerer Stoff… Ich lese gerade ein Buch über das KZ Neuengamme, aber danach brauche ich auch erst wieder eine Pause von solch deprimierenden Themen.

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  3. Vor allem der dritte Satz hatte mich abgeschreckt so ein Buch zu lesen…zumal ich nicht mal wirklich verstanden was genau grad sache war 😀 von daher sehr verständlich, dass du dieses buch abgeben willst 🙂
    aber schön wie mein liebes stöckchen eine weltreise antritt ^-^

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  4. Bei so einem freundlichen Angebot lange ich natürlich gerne zu. ❤
    Natürlich ist das Stöckchen gemeint, das Buch stünde bei mir wohl auch im Regal.

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  5. Pingback: 123-5-3 | Gedankensprünge

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