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Dieser Dokumentarfilm lief gestern um 22.45 Uhr in der ARD. Er müsste um 20.15 Uhr gezeigt werden.

Dokumentarfilm im Ersten: Die Folgen der Tat

27.05.2015 | 79:00 Min. | UT | Verfügbar bis 03.06.2015 | Quelle: Das Erste

„Die Folgen der Tat“ ist eine sehr persönliche Aufarbeitung des RAF-Attentats von Susanne Albrecht, die an der Ermordung des Dresdner-Bank Chefs Jürgen Ponto im Jahre 1977 beteiligt war. Erzählt wird der Film aus der Sicht von Susannes Schwester Julia. Da Ponto ein enger Freund der Albrechts war, wirkt die Tat auf alle Familienmitglieder bis heute nach.

ARD Mediathek bis 3.6.

Ein wichtiger, schwieriger, verstörender und mutiger Beitrag zur jüngsten Geschichte unseres Landes.

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7 Kommentare zu “Bitte ansehen: Die Folgen der Tat (Dokumentarfilm von 2015)

  1. Hm. Ich habe mich da jetzt durchgequält, und muss sagen: Der hat bei mir gar nicht gezündet. Vielleicht braucht man mehr HIntergrundwissen als ich zu der Zeit habe, aber durch den Film erschliessen sich die Ereignisse der Zeit mal genau gar nicht. Alles versumpft im Familien-Klein-Klein und sehr persönlichen Erinnerungen, die ich aber in keinen, für mich relevanten, Kontext einordnen kann. Und dann diese Sprache… jeder zweite Satz beginnt mit „Ich erinnere…“ Brrr.

    In der Summe sicher ein sehr persönlicher Film, aber ich kann damit nichts anfangen.

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  2. Schade. Ich fand gerade diesen Blickwinkel sehr erhellend, um die Geschehnisse einordnen zu können, die gerade den Fall Albrecht so unfassbar machen. Außerdem finde ich es gut, wenn ein Film Fragen stellt, aber nicht die eine „richtige“ Antwort liefert.

    „Ich erinnere das“ schmerzt mich auch nach langer Zeit in Hamburg immer noch sehr. So wie quietschende Kreide geht es mir durch Mark und Bein.

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  3. Ach ja, ich erinnere mich noch an Zeiten als man sich noch erinnerte… Ich will mich gar nicht daran gewöhnen.

    Mal sehen, ob ich in den 2 verbleibenden Tagen noch dazu komme, mir das anzusehen (blöde Depublikation!). Seit ich den Baader Meinhof Komplex von Stefan Aust gelesen habe, kommt das Thema immer mal wieder bei mir hoch und ich finde es vor den aktuellen politischen Entwicklungen bzgl Überwachungstendenzen und Datenspeicherung brandaktuell.

    Auf meiner Wunschliste steht schon länger ‚Patentöchter‘ von Julia Albrecht und Corinna Ponto (der Tochter von Jürgen Ponto), die wohl im Buch versuchen, gemeinsam die damaligen Geschehnisse aufzuarbeiten. Daher hoffe ich mal, ich finde noch die Zeit für den Dokumentarfilm.
    Danke für den Hinweis auf jeden Fall!

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  4. Ich hab’s gestern noch angesehen. Die Sprache mit diesem ‚ich erinnere‘ ist wirklich kaum auszuhalten…

    Ansonsten fand ich es aber wirklich sehr interessant. Dieser Blickwinkel ist für mich völlig neu gewesen. Man macht sich Gedanken über die Opfer, über deren Familien, aber selten, was nach solchen Taten mit den Familien der Täter geschieht. Diese Auseinandersetzung muss so schwierig sein. Ein Mensch, den man qua seiner Familienzugehörigkeit vermutlich irgendwie liebt (und die waren ja fast alle sehr jung als sie in der RAF gelandet sind) und den man aber doch gar nicht kennt.
    Der Film gewährt Einblick in Gedanken und Sätze, die sonst vermutlich eher nicht laut oder hinter verschlossenen Türen ausgesprochen werden, zB die kompromisslose Bereitschaft, mit der die Mutter erklärt, dass sie Susanne Albrecht versteckt hätte, wenn diese zur Familie zurückgekehrt wäre.

    Und auch die Offenheit des Bruders, der von der Familie als Opfer zweiter Klasse spricht. Dieser Blickwinkel war mir, trotz Beschäftigung mit dem Thema, vorher nicht gewahr.

    Noch schlimmer und verwirrender ist das alles vermutlich durch die vorherige enge Verbindung der Familien. Ich könnte mir vorstellen, dass es deswegen auch schwerer verständlich und weniger nachvollziehbar ist, worum es da überhaupt ging, wenn man diesen Einzelfall nicht präsent hat.

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  5. Du hast das so gut in Worte gefasst. Ich fand die Offenheit und die Bereitschaft, auch „nicht opportune“ Gedanken und Gefühle auszusprechen, sehr berührend. Nachdenklich hat mich auch gemacht, dass Susanne Albrecht, anders als Silke Maier-Witt, nicht bereit war, sich vor der Kamera mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und dem Leid entgegenzutreten, das sie verursacht hat. Bei Silke Maier-Witt wurde deutlich, wie schwer es ist, mit der heutigen Sicht der eigenen jugendlichen Verblendung zu begegnen. Die RAF-nahen Kreise haben sich offenbar wie auch Sekten so weit von jeder anderen Meinung, Auffassung, politischen Sicht abgeschottet, das jede menschliche Regung komplett verschwand. Und angesichts der Doku gewann ich zusätzlich den Eindruck, als habe Susanne Albrecht seinerzeit auch psychische Probleme ausagiert.

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  6. Nur noch ein kurzer Gedanke: Ich glaube, man kann diese Bereitschaft nicht direkt vergleichen. Für Silke Maier-Witt war das in meiner Vorstellung deswegen einfacher, weil es nicht auf einer derart persönlichen Ebene stattfindet, wie es für Susanne Albrecht gewesen wäre, sich ihrer eigenen Schwester und deren Fragen vor der Kamera zu stellen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde ja schon erwähnt, dass sie sich mit der Familie auseinandergesetzt hätte, es eben nur nicht vor laufender Kamera wollte.

    Ich muss mich aus dem Thema jetzt mal wieder zurücknehmen. Ich merke, wie mich das schon wieder sehr beschäftigt (und weiss nicht genau, weswegen es mich immer so aufwühlt). Als ich das Buch von Stefan Aust gelesen habe, konnte ich wochenlang noch schlechter schlafen als sonst, weil mich das auch nachts verfolgt hat.

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